Die türkische Besetzung der Insel dauerte fast 350 Jahre (1566-1912) an. In dieser Zeit hatten die Griechen viele religiöse sowie politische Privilegien. Im Gegensatz zum restlichen Griechenland blühte Chios während dieser Zeit richtig auf. Die Wirtschaft lief ebenso gut wie die Künste. Reisende berichteten von der hohen Lebensqualität. 1792 wurde hier die berühmte Schule von Chios gegründet, zu der auch eine Bibliothek und eine Druckerpresse gehörten. Der Wohlstand endete jedoch mit dem Massaker von 1822, als die Chioten gegen die Türken rebellierten und die so genannten „Türkengräuel“ ganz Europa erschütterten.
Die Griechen, die dieses Massaker überlebt hatten, verließen Chios und siedelten sich im restlichen Griechenland oder im Ausland an. Trotz des wagemutigen Akts des Unabhängigkeitskämpfers Konstantin Kanaris, der das türkische Flaggschiff nach dem Massaker entzündet und versenkt hatte, und der Kampagne des Franzosen Fabvier 1827, blieb Chios unter osmanischem Joch. Die Griechen versuchten, die Wirtschaft wieder aufzubauen. Doch wieder einmal machte ein Erdbeben ihre Bemühungen zunichte. Im März 1881 zerstörte die Naturkatastrophe alles, was die Bewohner nach dem Massaker wieder aufgerichtet hatten.
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