Tempel des Phanaios Apollon
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Phana war seit dem 9. Jahrhundert v. Chr. ein hochbedeutendes Kulturzentrum. Es behielt sich diesen Ruf während seiner Glanzzeit in der Archaik bis in die frühbyzantinische Zeit, als es sich zu einem christlichen Zentrum wandelte, bei. Heutzutage steht hier die kleine Kapelle von St. Theodor. Sie befindet sich auf einem kleinen Hügel nicht weit von der Bucht entfernt.
Vom der einst berühmten Heiligenstätte des Apollon haben sich nur noch wenige Spuren erhalten. Sie wurde wahrscheinlich nach dieser Gottheit benannt, weil Apollon der Sage nach auf einer Insel namens Delos geboren wurde, die ganz in der Nähe von Chios liegt. Archäologen fanden hier Splitter und kleine Fundstücke, die aus der frühesten geometrischen Phase stammten, sowie zwei kleine Abschnitte einer zerstörten Mauer (Peribolos) im Westen, die aus Kalksteinen gebaut wurde.
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Der Peribolos ist ein Schutzwall, der einen heiligen Tempelbezirk umgrenzt. Die 74 m lange Mauer ist gut erhalten und schützte einst einen heiligen Hügel. Sie wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. aus unregelmäßigen, mittelgroßen Steinen errichtet. Zur Mauer gehören ebenfalls zwei 1,6 m breite Treppenläufe im Norden, durch die man das Kloster erreichen kann. Der große äußere Peribolos stammt aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. und besteht aus blau-grauem Kalkstein. Er ist das einzige Bauwerk, dass sich aus dieser Phase erhalten hat. Die von der Hafenstraße aus sichtbare Westseite wurde sorgfältiger gebaut. Die ungefähr 50 m lange Mauer wendet sich in ihrer nördlichen Ecke nach rechts und erstreckt sich von dort aus für weitere 53,5 m nach Norden. An diesem Punkt befindet sich ein Vorsprung (20.6 m. x 1.8 m.) mit einem Treppenhaus.
Von dem antiken Tempel stehen heute nur noch wenige Überreste. Blöcke, Säulen und Dekor wurden in christlichen Bauwerken wiederverwendet, die entweder direkt auf den Grundmauern der antiken Tempel errichtet oder über das ganze Gebiet verstreut wurden. Nur die Grundmauern der nordöstlichen Ecke befinden sich noch an ihrem ursprünglichen Ort (8,5 m östlich und 25,7 m nördlich). Das Baumaterial besteht aus großen, fliesenartigen Steinen von der Insel Poros. In diesem Gebiet hat man verschiedene Architekturstile gefunden, die überall auf der Insel verbreitet sind.
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Wahrscheinlich wurde der Tempel während der Ionischen Kolonisation 494 v. Chr. zerstört und später wieder aufgebaut. Seine Wände waren aus grau-blauem Marmor errichtet, der aus einem Steinbruch von Latomi auf Chios stammte. Die Säulen und das Dekor der Kapitelle waren aus weißem Marmor. Die Säulenfüße erinnern an die des Tempels der Hera auf Samos.
Die beeindruckende Architektur des Tempels des Apollon konnte es locker mit anderen großartigen Bauwerken der Ionier aufnehmen. Wie alle Ostgriechen ließen sich auch die Bauherren von Chios von den architektonischen Schöpfungen der asiatischen Könige beeinflussen und ahmten deren Baustil sowie die außergewöhnlichen Proportionen nach. Ausgrabungen brachten andere bedeutende Funde wie Vasen, Statuetten, Münzen sowie einige ägyptische Skarabäen und Statuetten ans Licht, die den Wohlstand und den Einflussreichtum der Griechen beweisen.
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