Um 1.000 v. Chr. ließen sich die ersten Griechen im Nordosten des heutigen Griechenlands und in Kleinasien nieder. Sie nannten sich Ionier und stammten aus Bötia, Attika und vom westlichen Peloponnes. Die Ionier besiedelten die Inseln Chios und Samos und errichteten zehn Städte entlang der kleinasiatischen Küste. Später gründeten sie den Dodekapolis, den sogenannten Zwölferbund, der sich aus Städten und Inseln zusammensetzte. Das Panionion war das Zentralheiligtum dieses Bundes und eine Kultstätte für den Gott Poseidon. Es lag in der Nähe von Mykale. Herodot nannte den Zwölferbund auch Koinon, was eine Gemeinde und politische Form des Zusammenschlusses im alten Griechenland bezeichnete.
Die Ionier erschlossen schnell ganz Chios, so dass sich in vielen literarischen Quellen die Namen der damaligen Siedlungen wie Kardamyle, Kavkas, Koila, Volissos, Notion, Phana, Poseidon oder Lefkonion überliefert finden. Unter ihrer Herrschaft erblühte die Insel und wurde zu einer ernst zu nehmenden Seestreitkraft. Im ganzen Mittelmeerraum wurden Münzen aus Chios gefunden. Neben dem Mastix war auch Ariousios Oinos, der chiotische Wein, sehr bekannt. Er war einer der teuersten Weine im antiken Griechenland. Diese beiden Ressourcen brachten der Insel Wohlstand und Ruhm. |